Weiße Flächenspeicherheizung, 162 cm breit und 8 cm tief, unter einem Fenster an der Wand montiert, davor eine 2-Meter-Wasserwaage als Größenvergleich

Nachtspeicher und Flächenspeicherheizung – der Unterschied in vier Punkten

Bildhinweis: KI-generierte Visualisierung.

Das Foto in diesem Beitrag ist eine eigene Aufnahme von einer Baustelle, nicht KI-generiert.

In den meisten Häusern, in die ich gerufen werde, steht die Technik von 1975 an der Wand. Sie funktioniert noch. Sie kostet nur zu viel, und sie heizt Räume, die niemand braucht.

Was ich einbaue, sieht anders aus und arbeitet anders. Vier Punkte, auf die es ankommt.

1. Speichermasse und Ladefenster

Ein Nachtspeicher ist gebaut, um den Wärmebedarf eines ganzen Tages aus einer Ladung zu decken. Das war die Logik des Nachtstroms: Der Zähler gab acht Stunden frei, in diesen acht Stunden musste alles hinein, was der Tag brauchte.

Daraus folgt der Rest. Ein Tagesbedarf braucht Masse, Masse braucht Volumen. Deshalb steht das Gerät als Block im Raum und wiegt mehrere hundert Kilo. Das ist Physik, kein Designfehler.

Die Rechnung dazu: 2 Kilowatt Ladeleistung nehmen in acht Stunden 16 Kilowattstunden auf. Wer dieselbe Menge in ein günstiges Zwei-Stunden-Fenster legen will, bekommt 4 Kilowattstunden hinein. Wie schnell geladen wird, entscheidet die Ladeleistung – nicht die Größe des Speichers.

Meine Flächenspeicherheizungen speichern weniger und laden bedarfsnah nach. Sie brauchen kein Ladefenster, also sind sie auch an keines gebunden.

2. Regelung

Ein alter Nachtspeicher gibt tagsüber ab, was er nachts geladen hat. Ob der Raum es braucht, spielt keine Rolle. Wer mittags lüftet, heizt weiter. Wer verreist, heizt auch.

Meine Geräte regeln. Das britische Institut BSRIA hat sie in der Klimakammer unter definierter Kühllast gemessen: Die Raumtemperatur schwankte in den drei Versuchen um 0,48, 0,44 und 0,54 Kelvin. Ein halbes Grad. Ein Gerät mit 2 Kilowatt Nennleistung zog dabei im Mittel rund 1 Kilowatt.

Angesteuert wird über Raumthermostat, elektronische Raumtemperaturregelung mit Wochenprogramm, App, auf Wunsch über KNX oder ein anderes Smart-Home-System. Die Regelung selbst verbraucht nichts.

Im Alltag heißt das: Räume, die niemand nutzt, bleiben kalt. Das Gästezimmer heizt, wenn Gäste da sind.

3. Bauform

Meine Geräte hängen an der Wand, ab etwa 40 Zentimetern Baubreite, in Stufen von 0,5 bis 3,0 Kilowatt. Jeder Raum bekommt das Gerät, das zu ihm passt.

Das Gerät auf dem Foto misst 162 Zentimeter in der Breite und 8 Zentimeter in der Tiefe. Es verschwindet unter der Fensterbank, statt in den Raum zu ragen.

Warum das zählt, sehe ich in fast jedem Haus mit Nachtspeicherheizung: Nicht alle Räume sind beheizt. Für das kleine Zimmer, den Flur, das Bad war nie ein Gerät vorgesehen, weil keines hineingepasst hätte. Dort wird bis heute mit einem Radiator nachgeholfen oder gar nicht geheizt.

Meine Geräte passen in jeden Raum. Auch ins Bad. Wo die Bauform sogar zur Bedingung wird, ist das denkmalgeschützte Gebäude – dort gibt oft die Behörde vor, was an die Wand darf.

4. Wärme verschieben oder Strom verschieben

Ein günstiges Zeitfenster im Stromtarif nutzt jeder ansteuerbare Verbraucher. Wer es für das ganze Haus nutzen will, baut einen Stromspeicher ein – dann läuft im günstigen Fenster auch die Waschmaschine, der Backofen, das Auto.

Ein Wärmespeicher verschiebt Wärme. Ein Stromspeicher verschiebt Strom. Das eine kann ein Heizgerät, das andere das ganze Haus.

Ob sich Photovoltaik mit Stromspeicher und dynamischem Tarif rechnet, hängt an der Preisspreizung und an den Ladezyklen. Das rechne ich Ihnen für Ihr Haus aus, bevor ich es empfehle.

Zwei Häuser, zwei Abrechnungen

Mit Photovoltaik. Mein Kunde kaufte vor gut vier Jahren ein Haus mit alter Nachtspeicherheizung. Energetisch saniert wurde bis heute nichts. Auf dem Dach rund 10 Kilowatt Peak mit elektrischer Wassererwärmung, kein Batteriespeicher.

Heute läuft alles über einen Zähler, Heizung und Haushalt zusammen. Zugekauft werden knapp 5.500 Kilowattstunden im Jahr. Was zusätzlich direkt vom Dach in den Verbrauch läuft, ist mir unbekannt – erfahrungsgemäß nutzt eine Anlage ohne Speicher rund ein Drittel ihrer Produktion selbst. Für ein unsaniertes Haus mit voller Beheizung ist das ein Wert, den mir zuerst niemand glaubt.

Ohne Photovoltaik. Ein Kollege aus dem Heizungsvertrieb hat mir seine Zahlen gezeigt. Teilsaniertes Wohnhaus, das Dach gemacht, sonst nichts. Vorher zwei Zähler, der reine Heizstromzähler bei 16.000 Kilowattstunden im Jahr. Heute ein Zähler, Flächenspeicherheizung, 8.000 Kilowattstunden für Heizung und Haushalt zusammen.

Das sieht nach einer Halbierung aus und ist mehr: Im heutigen Wert steckt der komplette Haushaltsstrom, der früher auf dem zweiten Zähler lief. Volle Abrechnungsjahre, gleiche Bewohnerzahl, keine Hochrechnung.

Wo Speichermasse hingehört

Große Energiemengen zeitlich zu verschieben, ist Sache großer Objekte. Dort hat ein großer Speicher seinen Platz, und dort setze ich ihn auch ein.

Im Wohngebäude steht eine andere Frage im Vordergrund, und sie ist bei einem Einfamilienhaus dieselbe wie im Bestand eines Energieversorgers, mit dem ich derzeit über den Austausch bei dessen Kunden spreche: Bleibt der Raum warm, was steht am Jahresende auf der Rechnung, wie lange dauert der Umbau.

Wirtschaftlich ohne Zuschuss

Die Wirtschaftlichkeit rechne ich ohne Förderung. Eine Rechnung, die erst mit Zuschuss aufgeht, taugt nichts.

Was in Ihrem Haus passt

Das hängt an den Räumen, an der Nutzung, am Zustand der Hülle und daran, was Sie mit dem Gebäude vorhaben.

Was ich Ihnen heute schon sagen kann: In vielen Bestandsgebäuden ist der größte Hebel, die alte Nachtspeicherheizung zu ersetzen. Und es ist der einzige Schritt, der in wenigen Tagen erledigt ist, ohne dass eine Wand aufgestemmt wird.

Rufen Sie an oder schreiben Sie mir über das Kontaktformular. Ich sehe mir die Zahlen an, bevor ich etwas empfehle.

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