Was kommt nach der alten Nachtspeicherheizung?
Vor dieser Frage stand eine fünfköpfige Familie in einem weitgehend unsanierten Wohnhaus aus den 1960er-Jahren. Das Haus hat eine Wohnfläche von rund 140 Quadratmetern. Die vorhandenen Nachtspeicherheizungen sollten ersetzt werden.
Natürlich wurde auch eine Wärmepumpe betrachtet. Der dafür notwendige Umbau hätte bei diesem Gebäude mindestens 40.000 Euro gekostet. Das war für die Familie wirtschaftlich nicht darstellbar.
Gesucht wurde deshalb eine Heizlösung, die zum Gebäude, zum vorhandenen Budget und zur tatsächlichen Nutzung passt.
Die Ausgangssituation
Im Haus waren bereits vorhanden:
- eine ältere Photovoltaikanlage mit rund zehn kWp
- ein Kachelofen
- eine elektrische Warmwasserbereitung
- alte Nachtspeicherheizungen
Die neue Heizung sollte sich ohne große Baustelle und ohne den Einbau einer zentralen Wärmeverteilung umsetzen lassen. Gleichzeitig sollte jeder Raum weiterhin einzeln beheizt und geregelt werden können.
Geplant wurde eine Flächenspeicherheizung
Nach der Aufnahme des Gebäudes habe ich für die einzelnen Räume passende Flächenspeicherheizungen ausgelegt.
Anders als die alten Nachtspeicheröfen lassen sich die neuen Geräte direkt und raumweise regeln. Der Speicherkern nimmt während der Heizphasen Wärme auf und gibt sie anschließend gleichmäßig an den Raum ab.
Die Investition für die geplante Heizlösung lag bei rund 14.000 Euro. Hinzu kamen kleinere Arbeiten am Zählerschrank, die durch einen Elektriker ausgeführt wurden.
Damit lag die Investition in diesem konkreten Fall deutlich unter den Kosten des betrachteten Wärmepumpenumbaus.
Wie sieht es vier Jahre später aus?
Entscheidend ist nicht nur, ob eine Heizung eingebaut werden kann. Sie muss sich auch im Alltag bewähren.
Vier Jahre nach der Umstellung bezieht die fünfköpfige Familie weniger als 5.500 kWh Strom pro Jahr aus dem Netz. Darin enthalten sind:
- Heizung
- elektrische Warmwasserbereitung
- Haushaltsstrom
- Komfortstrom
Alle Verbraucher laufen über einen gemeinsamen Zähler. Der genaue Anteil der Heizung lässt sich deshalb nicht separat ausweisen. Auch der selbst genutzte Strom der bereits vorhandenen Photovoltaikanlage muss bei der Bewertung berücksichtigt werden.
Trotzdem zeigt die Rückmeldung der Familie: Die gewählte Kombination funktioniert in diesem Gebäude seit mehreren Jahren.
Ist eine Flächenspeicherheizung immer die bessere Lösung?
Nein. Dieses Beispiel ist keine pauschale Aussage gegen Wärmepumpen. Eine Wärmepumpe kann sehr sinnvoll sein, wenn das Gebäude, die vorhandene Heiztechnik und das Budget dazu passen.
Es ist aber genauso falsch, eine elektrische Heizlösung grundsätzlich auszuschließen. Gerade beim Austausch alter Nachtspeicherheizungen kann eine Flächenspeicherheizung interessant sein, wenn:
- kein wassergeführtes Heizsystem vorhanden ist
- größere Umbauten vermieden werden sollen
- einzelne Räume getrennt geregelt werden sollen
- eine Photovoltaikanlage vorhanden ist
- die Investitionskosten begrenzt bleiben müssen
Entscheidend ist nicht, welches Heizsystem gerade am häufigsten empfohlen wird. Entscheidend ist, welches System zum Gebäude und zu den Menschen darin passt.
Nachtspeicherheizung ersetzen – aber womit?
Ein alter Nachtspeicherofen sollte nicht einfach nur durch irgendein neues Heizgerät ersetzt werden. Raumgröße, Gebäudezustand, Nutzung, gewünschte Temperaturen und die vorhandene Elektroinstallation müssen vorher betrachtet werden.
Das Praxisbeispiel zeigt, wie unterschiedlich mögliche Lösungen ausfallen können. Deshalb sollten Investitionskosten, notwendige Umbauten und der spätere Betrieb immer für das konkrete Gebäude bewertet werden.
Hinweis: Die genannten Kosten und Verbrauchswerte beziehen sich ausschließlich auf dieses Projekt. Sie lassen sich nicht unverändert auf andere Gebäude übertragen.
Sie planen ein ähnliches Projekt?
Sie möchten klären, welche Heiz-, Photovoltaik- oder Sicherheitslösung zu Ihrem Gebäude passt? Beschreiben Sie kurz Ihr Vorhaben. Ich melde mich persönlich und bespreche mit Ihnen die nächsten sinnvollen Schritte.

