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Flächenspeicherheizung: Mehr als nur eine Elektroheizung

Bildhinweis: KI-generierte Visualisierung.

Wer sich im Internet über elektrische Heizungen informiert, stößt schnell auf pauschale Aussagen wie „Stromfresser“, „zu teuer“ oder „nicht mehr zeitgemäß“. Dabei werden häufig völlig unterschiedliche Heizsysteme miteinander vermischt.

Ein einfacher Heizlüfter, ein Konvektor, eine Infrarotheizung, eine klassische Nachtspeicherheizung und eine moderne Flächenspeicherheizung arbeiten zwar alle mit Strom – technisch und in ihrer Nutzung unterscheiden sie sich jedoch deutlich.

Eine moderne Flächenspeicherheizung kombiniert die direkte elektrische Wärmeerzeugung mit einem mineralischen Speicherkern. Deshalb sollte immer geprüft werden, ob dieses Heizsystem zum Gebäude, zur Nutzung und zum tatsächlichen Wärmebedarf passt.

Wie funktioniert eine Flächenspeicherheizung?

Im Inneren einer Flächenspeicherheizung befinden sich Speichersteine, die meistens aus Schamotte oder einem vergleichbaren keramischen Material bestehen. Elektrische Heizelemente erwärmen diesen Speicherkern. Anschließend wird die gespeicherte Wärme über die Oberfläche des Heizkörpers und die umgebende Raumluft abgegeben.

Das Fachportal Energie-Experten.org beschreibt die Flächenspeicherheizung als Kombination aus elektrischer Speicher- und Direktheizung. Sie verbindet eine vergleichsweise schnelle Aufheizung mit einer zeitversetzten Wärmeabgabe durch den Speicherkern. [Quelle 1]

Auch der ADAC beschreibt elektrische Flächenspeicherheizungen als Heizgeräte mit mineralischem Kern, die Wärme speichern und anschließend gleichmäßig an den Raum abgeben. Im Unterschied zu klassischen Nachtspeicherheizungen werden moderne Geräte abhängig von der gewünschten Raumtemperatur geregelt. [Quelle 2]

Gleichmäßige Wärme durch Strahlung und Konvektion

Flächenspeicherheizungen geben ihre Wärme sowohl als Strahlungswärme als auch über Konvektion ab.

Bei einer von Lucht LHZ beauftragten und an der Technischen Universität Dresden durchgeführten Untersuchung wurde für das getestete Gerät folgende Aufteilung ermittelt:

  • 41 Prozent Strahlungswärme
  • 59 Prozent Konvektionswärme

Die Messungen fanden in einem Innenklimaraum der TU Dresden statt. Dabei wurde untersucht, wie sich die Wärme des Heizkörpers im Raum verteilt. Nach Angaben des Herstellers zeigte der Versuchsaufbau eine weitgehend gleichmäßige Temperaturverteilung. [Quelle 3]

Wichtig ist die Einordnung: Auftraggeber der Untersuchung war der Hersteller Lucht LHZ. Die Ergebnisse sind deshalb technisch interessant, sollten aber nicht wie eine vollständig herstellerunabhängige Marktstudie behandelt werden.

Was ist der Unterschied zu einer einfachen Direktheizung?

Eine einfache Direktheizung erzeugt Wärme nur, solange sie mit Strom versorgt wird. Wird die Stromzufuhr unterbrochen, endet die Wärmeabgabe vergleichsweise schnell.

Eine Flächenspeicherheizung kann dagegen einen Teil der erzeugten Wärme im Speicherkern aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben. Dadurch kann das Gerät nach dem Abschalten der Heizelemente noch Wärme an den Raum übertragen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass durch den Speicherkern Energie erzeugt oder grundsätzlich Strom eingespart wird. Der tatsächliche Stromverbrauch hängt vor allem ab von:

  • dem Wärmebedarf des Gebäudes,
  • der Dämmung,
  • der Raumgröße,
  • der gewünschten Temperatur,
  • dem Nutzerverhalten,
  • der Außentemperatur,
  • der Regelung und
  • der richtigen Dimensionierung der Heizgeräte.

Das Fachportal Energie-Experten.org weist ebenfalls darauf hin, dass sich der Verbrauch einer Elektroheizung aus dem Heizwärmebedarf und der erforderlichen Heizdauer ergibt. [Quelle 4]

Der Speicher verbessert vor allem die Art und den zeitlichen Verlauf der Wärmeabgabe. Er ersetzt keine fachgerechte Berechnung des Wärmebedarfs.

Flächenspeicherheizung und Infrarotheizung im Vergleich

Im Jahr 2024 wurden an der TU Dresden eine Flächenspeicherheizung und eine Infrarotheizung unter definierten Versuchsbedingungen miteinander verglichen.

Nach der vom Auftraggeber veröffentlichten Zusammenfassung zeigte die Flächenspeicherheizung im untersuchten Versuchsraum eine gleichmäßigere Temperaturverteilung. Die Infrarotheizung konnte dagegen bestimmte Bereiche beziehungsweise Zonen gezielter erwärmen. [Quelle 5]

Daraus lässt sich keine pauschale Rangliste ableiten. Beide Heizsysteme haben unterschiedliche Eigenschaften:

Eine Flächenspeicherheizung kann besonders für Räume interessant sein, die über längere Zeit gleichmäßig beheizt werden sollen. Eine Infrarotheizung kann Vorteile besitzen, wenn Wärme gezielt und nur zeitweise in bestimmten Bereichen benötigt wird.

Auch diese Untersuchung wurde von Lucht LHZ beauftragt. Die Ergebnisse gelten daher zunächst für den untersuchten Versuchsaufbau und die dabei verwendeten Geräte.

Welche Vorteile kann eine Flächenspeicherheizung bieten?

Bei geeigneten Gebäuden und einer passenden Auslegung kann eine moderne Flächenspeicherheizung verschiedene praktische Vorteile haben.

Keine wasserführende Heizungsanlage erforderlich

Es werden weder Heizungsrohre noch Heizkessel, Heizraum, Pumpen oder ein wasserführendes Verteilnetz benötigt. Das kann besonders in Gebäuden interessant sein, in denen bisher keine zentrale Heizungsanlage vorhanden ist.

Raumweise Regelung

Jeder Heizkörper kann entsprechend der Nutzung des jeweiligen Raumes eingestellt werden. Schlafzimmer, Wohnzimmer, Büro oder Bad müssen nicht zwangsläufig zur selben Zeit und mit derselben Temperatur beheizt werden.

Geringer technischer Wartungsaufwand

Elektrische Heizkörper benötigen keinen Brenner, keine Umwälzpumpe und keinen Schornstein. Dadurch entfallen viele Wartungsarbeiten, die bei anderen Heizsystemen regelmäßig notwendig sind.

Der ADAC nennt den geringen Wartungsaufwand und die vergleichsweise einfache Installation als grundsätzliche Vorteile elektrischer Heizsysteme. [Quelle 2]

Keine Verbrennung im Gebäude

Am Heizkörper entstehen weder Abgase noch Verbrennungsrückstände. Ein Brennstofflager oder eine Gasleitung ist für den Betrieb nicht erforderlich.

Geräuschloser Betrieb

Flächenspeicherheizungen arbeiten ohne Ventilator und ohne Umwälzpumpe. Dadurch entstehen im Heizbetrieb keine Betriebsgeräusche.

Vergleichsweise einfache Nachrüstung

Die Geräte können in vielen Fällen ohne umfangreiche Eingriffe in Fußböden und Wände montiert werden. Die elektrische Anlage muss jedoch vorher durch einen Elektrofachbetrieb geprüft werden.

Wann kann eine Flächenspeicherheizung sinnvoll sein?

Eine Flächenspeicherheizung ist keine Universallösung für jedes Haus. Sie kann aber in bestimmten Situationen eine technisch und wirtschaftlich prüfenswerte Möglichkeit sein.

Das gilt insbesondere:

  • beim Austausch alter Nachtspeichergeräte,
  • bei einzelnen Wohnungen ohne zentrale Heizungsanlage,
  • bei Gebäuden ohne wasserführendes Rohrnetz,
  • bei Ferienwohnungen oder zeitweise genutzten Immobilien,
  • bei überschaubarem Heizwärmebedarf,
  • bei gut gedämmten oder energetisch verbesserten Gebäuden,
  • bei einer gewünschten raumweisen Regelung,
  • wenn große Umbauarbeiten vermieden werden sollen,
  • wenn eine Wärmepumpe technisch nicht sinnvoll umgesetzt werden kann.

Energie-Experten.org beschreibt Teilspeicherheizungen insbesondere als mögliche Ersatzlösung für alte Nachtspeicheröfen. [Quelle 6]

Ob sich das System wirklich eignet, kann nur anhand des konkreten Gebäudes beurteilt werden.

Flächenspeicherheizung und Photovoltaik

Eine Photovoltaikanlage kann einen Teil des benötigten Stroms bereitstellen. Trotzdem sollte die Kombination nicht mit dem Versprechen beworben werden, ein Gebäude könne allein mit dem Strom vom eigenen Dach kostenlos beheizt werden.

Der höchste Heizbedarf entsteht meistens im Winter. Genau dann produziert eine Photovoltaikanlage deutlich weniger Strom als in den Sommermonaten. Außerdem wird Wärme häufig morgens und abends benötigt, wenn nur wenig oder kein Solarstrom erzeugt wird.

Sinnvoll kann die Kombination dennoch sein, wenn:

  • tagsüber eigener Solarstrom verfügbar ist,
  • die Heizzeiten entsprechend gesteuert werden können,
  • ein Batteriespeicher vorhanden ist,
  • weitere steuerbare Verbraucher eingebunden werden,
  • ein geeigneter Stromtarif genutzt wird.

Entscheidend bleibt der Gesamtenergiebedarf des Gebäudes.

Der wichtigste Punkt: die richtige Auslegung

Ein günstiger Gerätepreis hilft wenig, wenn die Heizleistung nicht zum jeweiligen Raum passt.

Gerade deshalb ist beim Kauf über einen Onlineshop Vorsicht geboten. Das Internet kennt weder Ihr Gebäude noch den energetischen Zustand, die Dämmung, die Fensterflächen oder die gewünschte Nutzung der einzelnen Räume. Eine pauschale Empfehlung nach dem Motto „20 m² = 2.000 Watt“ wird der Realität selten gerecht.

Ist ein Heizgerät zu klein ausgelegt, wird der Raum unter Umständen nicht ausreichend warm oder das Gerät muss dauerhaft mit hoher Leistung arbeiten. Ist es zu groß dimensioniert, entstehen unnötige Anschaffungskosten und die Regelung arbeitet häufig weniger effizient.

Eine fachgerechte Auslegung berücksichtigt unter anderem:

  • Raumgröße und Raumhöhe
  • Dämmstandard des Gebäudes
  • Fensterflächen und Ausrichtung
  • Außenwände und Wärmeverluste
  • gewünschte Raumtemperatur
  • Nutzungsart des Raumes
  • vorhandene elektrische Installation

Deshalb sollte eine Flächenspeicherheizung nicht einfach nach Quadratmetern oder aufgrund eines vermeintlich günstigen Internetpreises ausgewählt werden. Erst wenn das Gebäude und die einzelnen Räume bewertet wurden, lässt sich die passende Heizleistung zuverlässig bestimmen.

Eine gute Planung spart oft mehr Geld als ein günstiger Gerätepreis.

Fazit: Nicht pauschal bewerten, sondern passend planen

Eine Flächenspeicherheizung ist weder die perfekte Lösung für jedes Gebäude noch grundsätzlich eine veraltete oder ungeeignete Heiztechnik.

Sie bietet eine einfache, raumweise regelbare und wartungsarme Möglichkeit, Wärme ohne wasserführendes Heizsystem bereitzustellen. Ihr sinnvoller Einsatz hängt jedoch stark vom energetischen Zustand des Gebäudes, vom Wärmebedarf und von den Stromkosten ab.

Gerade beim Austausch alter Nachtspeicherheizungen, in einzelnen Wohnungen oder in Gebäuden ohne bestehendes Rohrnetz kann sie eine ernsthafte Alternative sein.

Entscheidend ist deshalb nicht die pauschale Frage:

„Ist eine Elektroheizung gut oder schlecht?“

Die richtige Frage lautet:

„Passt dieses Heizsystem technisch und wirtschaftlich zu diesem Gebäude?“


Quellen und weiterführende Informationen

Quelle 1 – Energie-Experten.org:
„Sind Flächenspeicher besser als Infrarot- und Nachtspeicherheizungen?“
Technische Erläuterungen zu Aufbau, Wärmespeicherung, Regelung sowie Vor- und Nachteilen von Flächenspeicherheizungen.

Quelle 2 – ADAC:
„Elektroheizung im Vergleich: Stromverbrauch, Kosten und Heizungsarten“
Übersicht über verschiedene elektrische Heizsysteme mit einem eigenen Abschnitt zur Flächenspeicherheizung.

Quelle 3 – Technotherm/Lucht LHZ und TU Dresden:
„Elektrische Flächenspeicherheizung im Test“
Darstellung des Versuchsaufbaus und der gemessenen Wärmeabgabe von 41 Prozent Strahlung und 59 Prozent Konvektion. Auftraggeber war Lucht LHZ.

Quelle 4 – Energie-Experten.org:
„Elektroheizung: Stromverbrauch und Stromkosten“
Erläuterung der Einflussfaktoren auf den tatsächlichen Energiebedarf elektrischer Heizsysteme.

Quelle 5 – Technotherm/Lucht LHZ und TU Dresden:
„TU Dresden vergleicht Flächenspeicherheizung und Infrarotheizung“
Zusammenfassung einer Vergleichsuntersuchung zu Temperaturverteilung, Energieverbrauch und Einsatzmöglichkeiten. Auftraggeber war Lucht LHZ.

Quelle 6 – Energie-Experten.org:
„Teilspeicherheizung: Technik, Verbrauch und Kosten“
Informationen zum Aufbau, zur Wärmeabgabe und zum Einsatz als Ersatz für Nachtspeichergeräte.

Hinweis zur Quellenbewertung:
Die Beiträge des ADAC und von Energie-Experten.org dienen als allgemeine Informationsquellen. Die Untersuchungen der TU Dresden wurden im Auftrag des Herstellers Lucht LHZ durchgeführt. Sie liefern nachvollziehbare technische Messwerte, sind aber aufgrund der Herstellerbeauftragung entsprechend einzuordnen. sie zum Gebäude passt.

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